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GaiAma - Wir sind Wald

Ein Brief aus dem Amazonas-Dschungel an die Wälder dieser Welt

Als Podcast:Hier lese ich den Artikel vor:

Gebt nicht auf
Ein Brief vom Amazonas Dschungel an die Wälder dieser Welt

Lieber Wald, gib nicht auf. Ich weiß, dass es wehtut. Jeder Baum, der entrissen wird, mit allen Lebewesen, die ihn bewohnen, schmerzt und zerrt an dir. Die Menschen schauen jetzt in deine Richtung. Lass den Wind, der deine Blätter tanzen lässt die Legende vom Waldleben erzählen. Merke sie dir gut:

So wie ein Reh vor Menschen flieht, fliehen die Menschen vor dem Wald. Sie wissen nur noch, dass die Natur einen tötet… Alle Tier- und Naturdokumentationen im Fernsehen haben es doch gesagt. Alles frisst, piekt oder vergiftet Menschen. Besser ist es, nicht zu viel Natur um sich herum zu haben. Dass Geld, Autos, Chemikalien und Burnout einen Menschen ebenso fressen, pieksen und vergiften, scheint besser zu sein. Viele Menschen sind in diesem Umfeld geboren und aufgewachsen und träumen trotzdem davon in der Natur zu leben.
Oft aber nicht in einem Wald. Der soll etwas weiter weg sein, da geht man drin spazieren, aber der ist nicht der Ort zum Leben, da sieht man so wenig, wegen den ganzen Baumstämmen. Gruselig!
Die Legende vom Waldleben erzählt von Menschen, die sich unter den hohen Baumkronen der Waldriesen kleine Lichtungen erschaffen und dort ihre Nahrung im Stil eines Waldgartens anbauen.

So viele Pflanzensorten wie möglich, kombiniert in allen sieben Stufen eines Waldes.
Von Wurzeln, Bodendeckern, Kräutern, Büschen und Kletterpflanzen bis hin zu kleinen und großen Bäumen. Essbare Wälder, vermischt mit den Bäumen die auch ohne Früchte für die Menschen zum Gleichgewicht des Waldes beitragen. Kleine Wege durch den Wald, der die einzelnen essbaren Waldgärten miteinander verbindet… Gib nicht auf lieber Wald, auch wenn es scheint, dass Menschen zum Leben keinen Wald möchten, gibt es einige, die das sehr gerne tun. Bei mir hier in Südamerika werden täglich unzählige Fußballfelder an Bäumen entnommen und mein erdiges Fleisch liegt offen. Wenn jemand mich reforestiert, dann erzähle auch ich ihm die Legende vom Waldleben, damit der Mensch nicht wieder alles mit seinem Hintern einreißt, was er eben begrünte, weil er im Prinzip gar nicht gelernt hat, was es bedeutet in Harmonie mit der Natur zu leben. So lass die Menschen sich einmal vorstellen, der Planet wäre von uns Wäldern noch großzügig bedeckt. Wie würden sie verfahren, um ihr modernes Leben mit uns in Einklang zu bringen? Müssten sie uns großflächig wieder absägen oder würden sie es schaffen einen Weg zu finden, mit uns zu leben?

Gib nicht auf lieber Wald, ich fühle schon ein paar Menschen in mir herumkrabbeln, die sich dieser Frage annehmen. Sie hinterfragen, ob ich und meine Tiere gefährlicher sind als Autos und Chemikalien. Sie fragen sich auch, wie ich ihnen und sie mir auf alltäglicher Basis gut tun können. Drücken wir unsere grünen Daumen!

Huhu, hier der menschliche Schreiber dieses Briefes.

Meine Familie, meine Freunde und viele Bekannte auf der ganzen Welt, die im Regenwaldschutz tätig sind, stehen vor der Aufgabe zu lernen, wie wir vor Ort ein Leben im Einklang mit der Natur erschaffen. Denn oft scheint für die meisten Menschen klar zu sein. „Erstmal n Hektar abbrennen, dann mono-Kultur Mais drauf. Und weil die ganzen frechen Dschungel Käfer den essen wollen, auch gleich noch einen Sack Pestizid mit ranschleppen. Den Mais kann man dann verkaufen, und sich dann davon Popkorn in der Plastiktüte im nächsten, zivilisierten Ort kaufen. Jackpot!

Selbstverständlich ist das überspitzt dargestellt. Vor allem geht es nämlich nicht um Popkorn sondern zumeist darum, das Kind in die Schule schicken zu können. Das bedeutet oftmals, dass eine Wohnung naher der Schule bezahlt werden muss und alles was dann bei einem Stadtleben eben anfällt.

So ackert Papa den ganzen Tag auf dem Feld und schickt jeden Cent, den er macht, wenn Städter ihm sein Produkt abkaufen, in die Stadt zu Mutter und Kind, die dort anderen Bauern oder Läden dieses Geld unter anderem für Nahrungsmittel geben…

Effektiver Waldschutz besteht für uns darin, echte Alternativen zu erschaffen zu diesem irgendwie erstaunlich fragwürdigen Kreislauf des Lebens - Bauer füttert Städter. Dort werden Leute ausgebildet, die diese Stadt dann mit sämtlichen Jobs am Leben erhalten und fortführen.

Warum eigentlich? Für was eigentlich? Sind es denn wirklich so viele Menschen, die nun wirklich keinen Spaß daran haben, eine Möhre aus der Erde zu ziehen, bevor sie sie zubereiten?

Ein Bauer schuftet ja nur so hart, weil er nicht nur für sich und seine Familie, sondern eben für unzählige Münder mehr mit anbaut. Das muss man sich mal klar machen.

Wenn Menschen an Landleben oder Leben in der Natur denken, dann geht es ja oft nicht um Selbstversorgung. „Gärtnern ist hart, Bauer sein ist eine Plage.“ Aber ist das so?

Dazu ist es wichtig sich zwei Dinge anzusehen.

  1. Die Permakultur, mit der es gelingt mit guter Planung sich selbst erhaltende essbare Waldgärten zu erschaffen, die oftmals sogar Überschuss produzieren und dem Gartendesigner, durch die vorher gut ausgeklügelten Systeme, überraschend viel freie Zeit für andere Lebensbereiche außerhalb des Nahrungsanbaus lässt.

  2. Der allgemeine Lebensentwurf und die Sucht nach Ballungszentren, sowie die Angst vor der Natur und das Wiegen von Sicherheit in einer industrialisierten Welt.

Oft verbinden Menschen automatisch ein uriges Natur Leben mit „unzivilisiertem Verhalten und Gefahren“. Das passiert vielleicht schnell, weil es eben „damals“ noch mehr Natur gab und man „damals“ auch noch schmutzig oder barbarisch lebte. Da Korrelation aber nicht das gleiche wie Kausalität ist, können wir noch einmal neu betrachten wie wir als moderne Menschen dennoch wieder mit uns in der Natur leben können. Denn sie wird uns nicht automatisch zu dreckigen Barbaren machen. So funktioniert das nicht. Wir entscheiden das selbst und selbstverständlich nehmen wir all unser Wissen, unsere ethischen Grundsätze, das Wissen der Menschen vor uns, mit in die natürlichen Lebensmodelle.

Technische Herausforderungen bringen uns an die Grenzen unseres Wirkungsbereiches. Menschen fahren einfach super gerne Auto. Menschen lieben es zu forschen, wir alle lieben das Internet. Was nun, wenn die meisten in ihrem Waldgarten in der selbstgewebten Hängematte liegen und einfach alles super ist. Wie geht es dann weiter? Wie können wir vernetzt bleiben und das Menschsein zelebrieren. Klar, man könnte alternative Bildungseinrichtungen erschaffen, vor allem durch das Internet. Es gibt prächtige Visionen von freien Schulen, Kursen statt Unterricht, Workshop feeling statt Prüfungen, Talent schmieden, Werkstätten,Spaß am lernen - eigentlich für alle Menschen egal ob Kind oder Erwachsener. Aber moment mal. Wer stellt sich dann noch in die Mine, um das Metall rauszuholen, aus dem mein Computer besteht??

Denkminute… Denkjahre… Uff.

Wir sind mit unseren gelebten Waldgärten nur ein Teil der angedachten Lösung, vor allem im Bereich „ Leben im Einklang mit der Natur“, die ja eigentlich alle wieder wollen. Wie die Menschheit als Kollektiv mit den Themen grüne Energie, immer holistischere Medizin, Forschungsdrang und sogar politischen Themen in allen Formen umgehen wird, da sind wir selbst gespannt und hoffen auf “ Legenden der grünen Techniker“

Hier im Amazonas von Perú erschaffen wir aus Überzeugung Waldgärten und forschen im Bereich „moderner Mensch trifft Wald und Natur“. Wir möchten Alternativen vorleben und Ansässige, sowie weltweite „Zuschauer“ inspirieren.

Als Regenwaldschutz-Aktivisten trifft es auch uns, wenn in Deutschland wieder Bäume gehen sollen. Wir hoffen auf grüne Lösungen und sind in Gedanken bei allen, die sich im großen oder kleinen Stil einsetzen.

Wer uns gern helfen möchte mit unseren Projekten, ist herzlich eingeladen an unserem Vorhaben eine 300 Hektar große, bedrohte Dschungelfläche zu schützen und mit jeder Spende von sogar nur einem Euro ein namentlich erwähnter Mitgründer des geplanten GaiAma Naturschutzgebietes zu werden. Mit einem Euro hast du 10 m2 Regenwald geschützt. Schau gern auf unserer Seite spende.GaiAma.org vorbei oder besuche uns auf unseren Bilder-reichen Social Media Plattformen facebook.com/gaiama.org und instagram.com/gaiama_org

Wir senden solidarische Grüße an alle Naturliebhaber aus Peru und freuen uns auf den kommenden Austausch mit vielen tollen Projekten. Ein besonderer Dank geht an Florian Martin und Niemandsland e.V. in Düsseldorf für die liebevolle Kooperation und Inspiration.

♡ Herz zu Herz ♡

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