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Ein großer Bakterienhaufen

Hallo ihr Lieben :)
Neulich hat Doris Neubauer mit uns ein Interview über rohköstliches Reisen für das Magazin “Rohkostblatt” geführt. Eine Frage dieses Interviews fanden wir ganz besonders spannend.
Die Frage nach der Hygiene.

Hier also unsere Lieblingsfrage von Doris mit unserer Antwort und im Anschluss noch einmal das ganze Interview :) Viel Spaß!

Frage: Gerade Gegenden wie Südamerika, Asien, Afrika etc. wird ja aufgrund der mangelnden Hygiene vom Essen von nicht gekochtem Obst und Gemüse abgeraten. Wie seid Ihr damit umgegangen, was habt Ihr alternativ dazu getan?

Antwort: Das haben wir vor Kurzem auch von einem Restaurantbesitzer gehört, er könne seinen ausländischen Kunden keine Rohkost anbieten, da ja in jedem Reiseführer steht, es sei schrecklich gefährlich. Ein interessantes Thema. Kurz: Wir haben da gar nicht dran gedacht. Es geht uns gut. Wir essen alles so wie es aus der erdigen Hand der Marktverkäuferin oder der gebenden Pflanze kommt. Ich selbst halte das für eine der Besten B12 Quellen und halte gleichermaßen den Hygiene-Zwang unserer “zivilisierten” Welt, sowie die Verwendung von Herbiziden und Pestiziden für das eigentliche Übel. Schauen wir uns doch einmal den menschlichen Körper an - Wir sind ein riesiger Bakterienhaufen. Es sind sogar mehr Bakterien als menschliche Zellen an und in uns! Unser Darm gleicht den Wurzeln eines Baumes und ein guter Humus ist voller Bakterien, Tierchen und Pilzen. So sollten auch wir an unserer Wurzel, dem Darm ein reiches Leben anstreben.
Es ist sicherlich vielen schon bekannt, dass es um das Milieu (sauer oder basisch) geht, in dem sich die eine oder andere Sorte Bakterien wohl fühlen und vermehren kann. Sind wir gesund und haben wir unseren Darm mit vielen, wundervollen Bakterienstämmen besiedelt, so wird auch das Sandkorn am Obst und das Kleinstlebewesen am Wurzelgemüse (gemeinhin als Dreck bekannt) unseren Körper passieren ohne ihn zu schädigen. Ja, vielleicht bleibt auch die ein oder andere Bakterie im Darm und wird dort herzlich empfangen, weil sie eine wichtige Aufgabe übernehmen kann. Die Herstellung von B12 zum Beispiel ;-)
Die Menschheit ist zum Glück dabei die Geisteshaltung der Getrenntheit aufzulösen und zu verstehen, dass Verbundenheit, vor allem mit der Natur, das Gleichgewicht und die Gesundheit zurückbringt und fördert. Solche Prozesse der Besiedelung mit Bakterien sind in einem tot-hygienisierten Körper manchmal heftig und können gefährlich sein. Daher sollte man immer auf seine innere Stimme hören, was man essen möchte und was nicht. Es darf vielleicht zu Beginn ein ungewaschenes Wildkräuterchen aus dem eigenen Garten sein und später dann einen erdigen Pilz aus der wirklich schmutzigen aber wundervollen Hand einer Bäuerin aus Perú.

Hier das komplette Interview aus dem Rohkostblatt:

Frage: Bitte erzählt mal kurz von Euch: Wie lang seid Ihr Rohköstler, wie kams, dass Ihr auch so gereist seid und darüber gebloggt habt, wohin ging es, wie seid Ihr gereist, warum habt Ihr mit dem (reise-)bloggen wieder aufgehört, wo seid Ihr jetzt :)

Antwort: Hallo liebe Doris, gerne :) Wir zwei haben uns für die Rohkost-Ernährung entschieden, noch bevor wir uns im Frühling 2013 kennengelernt haben. Ich bin ein halbes Jahr länger rohköstlich unterwegs als der Can. Bei mir sind es nun fast vier Jahre. Als wir gemeinsam unsere Weltreise planten war es keine Frage, ob wir das auch roh machen.. Es war selbstverständlich. Dennoch war uns bewusst, dass das nicht für alle so normal ist. Wie die ganze Art der Ernährung an sich.. und so haben wir darüber gebloggt, um zu zeigen, dass sich Reisen und Rohkost prima vertragen. Unser ursprüngliches Ziel ist Thailand gewesen. Da wir ohne Startkapital und mit unseren praktischen Fahrrädern los gereist sind, wollten wir Asien nach einer Europatour über den Landweg erreichen. Dazu kam es nicht. Als wir nach 5 Monaten mit durchtrainierten Oberschenkeln in Südspanien angekommen sind haben wir dort beschlossen unsere Reise privater zu gestalten und unser Bloggen auf allgemeine Inspirationen über das Leben im Einklang mit der Natur umzugestalten. Wir entschlossen uns auch in die andere Richtung zu reisen.
Mittlerweile sind wir in Südamerika und erfreuen uns daran, die Welt wieder mit eigenen Augen zu sehen und nicht stets durch die Kamera, um Bericht zu erstatten.

Frage: Ihr wart rohköstlich unterwegs: Wie genau habt Ihr Euch auf Eure Reise(n) vorbereitet? Seid Ihr mit einer besonderen Ausrüstung gereist etc. Habt Ihr Tipps für Menschen, die Rohköstler sind und reisen möchten - jetzt mal abgesehen von Rohkostreise-Angeboten?

Lange Antwort ^^: Wir sind auch immer noch rohköstlich unterwegs und unser steter Begleiter sind unsere (Opinel) Messer, sowie zwei kleine Löffel. Du wirst diese Werkzeuge als Rohköstler immer wieder benutzen. Jede Malzeit besteht im Grunde aus Obst, dass du aufschneiden möchtest, am Markt kosten möchtest, mit deinem Partner teilen möchtest oder schälen willst. Weitere besondere Ausrüstung ergibt sich aus den verschiedensten Situationen. Wir haben zwei Bambusschalen und ein leichtes Schneidebrettchen lieb gewonnen und auf unserer Fahrradreise in Europa einen wasserdichten, dünnen Packsack als Müll benutzt. Beim Zelten ist es wichtig, nichts zu hinterlassen. Ebenso ist es ratsam keine Tiere mit Müllgeruch und für sie duftendem Obstwasser anzulocken oder eine Ameisen-Party in deiner Tasche zu veranstalten. Es war eine kleine Herausforderung, das Obst in unseren Fahrradtaschen so zu stapeln, dass nichts zerdrückt. Unsere einzig wirkliche Vorbereitung auf ein rohköstliches Reisen war letztlich unnötig, aber witzig. Wir haben uns kleine Kärtchen laminiert, auf denen ein durchgestrichener Kochtopf auf der einen Seite und ein gefüllter Obstkorb auf der anderen Seite zu sehen waren. In Ländern, deren Sprache wir nicht beherrschen, wollten wir diese Kärtchen vorzeigen. Es stellte sich heraus, dass man die Sprache und die nützlichen Wörter doch schneller kapiert und, dass wir uns recht gut mit Händen und Füßen verständigen können. Wir haben durch den Start ohne Geld auf unserer Reise von der Güte der Menschen gelebt. Dieser Aspekt des bedingungslosen Gebens ist eines unserer wichtigsten Anliegen in unserem Blog gewesen. Geschlafen haben wir ausschließlich im Zelt oder bei Couchsurfing-Angeboten. (www.couchsurfing.org) Für Fahrradfahrer gibt es eine ähnliche Community. (www.warmshowers.org)
Sehr oft haben wir bei lieben Seelen eine Schlafmöglichkeit erhalten. Es ergab sich meist von allein, wir wurden in Privathaushalte eingeladen, durften zu später Stunde in Gärten zelten und haben sogar einmal in einer doch recht kalten Nacht ein Hostel Zimmer bezahlt bekommen. Nahrung haben wir uns, da wir im Sommer in Berlin gestartet sind bis Südfrankreich zu einem stolzen Anteil aus der Natur holen können. Kirschen, Kräuter, Mirabellen, Pflaumen, schließlich auch Pfirsiche, Feigen, Weintrauben, Weintrauben und Weintrauben ;)

Der restliche Anteil kam aus den Geschenken von Containern und Supermärkten. Da wir in Berlin bereits mit Raphael Fellmer und Freunden Lebensmittel gerettet haben, sind uns die Abläufe in den Supermärkten bekannt und wir haben auf der jeweiligen Landessprache nach dem Obst und Gemüse gefragt, welches schon hinten in den Lagerräumen steht, um weggeschmissen zu werden. Es hat Druckstellen, braune Flecken, ist etwas schief gewachsen oder es kam schlicht die neue Palette und das alte muss weg. Wer sich dafür interessiert auch in seiner Stadt Lebensmittel zu retten, der wendet sich an den Kontakt auf foodsharing.de

Wir sind also täglich mit so viel Obst und Gemüse ausgestattet gewesen, dass es teilweise gar nicht in unsere Taschen gepasst hat. Auch auf Märkten haben wir viel geschenkt bekommen. Die Menschen freuen sich über Außergewöhnliches. Sie freuen sich, dass sich jemand Gedanken macht, dass jemand auch den Wert einer braunen Banane kennt und es ist immer spannend, über die Rohkost zu erzählen. Die Leute sagen “oh, dann seid ihr ja voll mit Vitaminen” oder “man sieht euch die Gesundheit richtig an”. (Wozu wohl die Bewegung am freien in der Sommersonne einen beträchtlichen Teil geleistet haben dürfte, hehe) Als Ausrüstung hatten wir demnach “unsere Erfahrung mit dem 2. Wahl Obst” und das wichtigste Werkzeug von allem - Das Vertrauen. Vertrauen in das Gute im Menschen, in unseren Weg und ganz besonders in Mutter-Natur und ihre Gaben.

Wir haben drei Tipps für Menschen, die rohköstlich reisen möchten:

Erster Tipp - Sei, wenn möglich, schon Rohköstler. Wisse um alles, was du essen kannst und sei schon länger gelöst von der Gourmet Rohkost. Wisse um die Kraft eines einzigen, frisch gepflückten Apfels und um wenigstens eine Handvoll Wildkräuter. Du solltest dich daran erfreuen können, wenn dein Frühstück aus 6 Äpfeln und einer handvoll Mandeln besteht, dein Power-Snack fürs Radeln aus einigen Datteln und dein Mittag aus Kräutern und vielen, vielen, geschenkten Tomaten.

Wir selbst haben uns in Privathaushalten oder zu Besuch bei Communities auch manchmal ein wenig Aufwändigeres zubereitet. Mandelbällchen mit Tomatensoße oder auch mal eine Rohkost- Lasagne.

Der zweite Tipp - Es gibt mehr Rohköstler auf der Welt als man denkt :) Zu unserem erstaunen finden wir fast in jedem Land ein oder zwei Rohkostcafés / Restaurants in den Städten. Aber auch privat, über die sozialen Netzwerke, lassen sich immer wieder Rohköstler finden, die sich freuen dich kennenzulernen. Eine Suche im Netzt macht’s möglich. Daher - Jede Chance für Internet auf Reisen ausnutzen.

Einige tolle Ziele für einen Rohkost Gaumenschmaus in Europa sind in vielen deutschen Städten das Veganz, in Speyer das BistRoh von Nelly, in Girona (Nordspanien) das Café Crudivegania und die Menschen beim “veganen couchsurf”, die sich auch immer sehr über das gemeinsame Zubereiten von Rohkostgerichten freuen. Diese Community gibt’s bei Facebook: “vegan couchsurfing”. Ebenfalls finden sich Communities auf der ganzen Welt, die teilweise oder sogar komplett roh vegan leben. Um einige Beispiele zu nennen möchten wir euch die Fresh Food Family in Südspanien vorschlagen. Wir zeigen euch gerne einige Bilder, wie und wo wir dort rohköstliches Essen zaubern oder pflücken:) Gerade an Standorten, wo selbst angebaut wird oder die Natur viel hergibt, ist es spannend rohköstliches zu kreieren. Zum Beispiel mit Süßkartoffel, Malve und Avocado gefüllte Paprika oder süße Kugeln aus Sonnenblumenkernen, frisch geriebenem Carob und Honig. Cherimoya-Zimt-Pudding und vieles mehr.

Dann gibt es zum Beispiel die wenigen aber lieben Rohköstler aus dem Ökodorf Sieben Linden im Norden Deutschlands, in deren Dorfbioladen auch einige Rohköstlichkeiten zu finden sind. In Costa Rica stößt man auf gleich mehrere Möglichkeiten bei rohen Familien zu arbeiten und zu wohnen. Oder auch in Retreats etwas mehr Geld zu lassen, dafür jedoch mit unfassbaren, rohen Leckerein verwöhnt zu werden… Schreibt uns einfach für Kontaktdaten an. Ebenso kann man private Internetbekanntschaften rund um den Globus ausbauen bei denen man sich mal als Gast anmelden kann. Die sozialen Netzwerke machen es möglich.

Ein dritter Tipp fürs rohe Reisen: Stärke deine geistige Kraft, dem Essen gegenüber dankbar zu sein, denn du wirst, je weiter du dich von Deutschland entfernst, zumeist immer weniger Bioessen bekommen bis du in solch armen Ländern ankommst, in denen sich die Leute gar keine Spritzmittel leisten können und die Nahrung natürlicherweise bio ist.

Ich finde es interessant, warum man sich die Frage stellt, ob und wie rohköstliches Reisen funktioniert. Möchte man wirklich echte Tipps, oder sucht man nach einer Gelegenheit eben nicht roh zu bleiben? Das ist eine spannende Frage, denn sie ist der Kern der Sache. Ich esse zum Beispiel einfach kein Menschenfleisch. Wenn ich nun grad aber in der Uni sitze und Hunger habe, fange ich auch nicht an meinen Sitznachbarn aufzuessen.. ich warte, bis ich irgendwo hinkomme, wo es etwas für mich zu essen gibt. Und genauso selbstverständlich reise ich roh. Wenn es in dem Dörfchen nun keinen Obstladen gibt (Was bisher zwei mal in zwei Jahren vorgekommen ist), dann gehen wir weiter, bis es etwas für uns gibt. Möchte man allerdings unbewusst gerne etwas gekochtes essen, wird man sich gesetzmäßig in Situationen wiederfinden in denen es “leider, leider nicht anders geht” ;)
Es gibt beim Reisen selbstverständlich die Herausforderung der lokalen Speisen, das Unbekannte oder eben spezifisches für dieses Land. Stellt euch das so vor: Nicht jeder Tourist isst in China auch Hund. Dennoch wird er bestimmt eine tolle Zeit in China haben und viel von der Kultur erfahren.
Wir handhaben das so: Wir erkundigen uns über die jeweiligen Rezepte und bereiten uns herrliche Rohkostgerichte mit den landestypischen Gewürzen zu. Das funktioniert genau so gut wie das in Deutschland eben auch mit der “Rohkostpizza” ging :)
Aus genau diesem Grunde bin ich für die Gelegenheit unsere Erfahrungen zu erzählen sehr dankbar, denn ich hoffe die Rohkostherzen und Reiseherzen auch fürs Reisen bzw die Rohkost begeistern zu können.

Frage: Gibt es Länder, in denen Euch Eure Art des Reisens besonders leicht bzw. besonders schwer gefallen ist? Warum?

Antwort: Schwieriger, ja, und das hat uns sehr überrascht, denn dieses Land ist Spanien! Stellt euch die saftigen, spanischen bio Orangen aus dem deutschen Supermarkt vor.. lecker oder? In Spanien ist davon aber weit und breit nichts zu sehen. Denn alles wird exportiert. So einfach ist das. Als aufmerksam Reisender stößt man immer wieder auf all jene Kuriositäten unserer modernen, globalisierten Gesellschaft, die einige Länder zu blinden Konsumenten und andere zu blinden Dienern macht. Es ist ja nicht nur der böse Nordeuropäer, der sich die Orange bringen lässt, es ist vielleicht auch der südeuropäische Bauer, der vergisst, dass er die gute Orange vielleicht lieber selbst gegessen hätte, als sie für einen Spottpreis zu verkaufen um sich einen Fernseher leisten zu können.
Die Herausforderungen unserer Zeit sind Vielfältig und die Lichtblicke werden immer mehr :) So haben wir selbstverständlich auch in Spanien gutes Obst und Gemüse gefunden.

Auch das wild Zelten fiel uns durch die lichter werdende Vegetation in Spanien etwas schwerer und so einige Male schauten morgens oder nachts ein paar Polizisten durch unsere Vorhänge. “Passaporte por favor”. Nichts schlimmes passiert, wir wurden gebeten abzubauen.

Besonders leicht hingegen fiel uns unser Reisen in Deutschland. Auf unseren Wegen, die Flusstäler entlang gab es nicht nur reichlich Obstbäume sondern auch viele Hofläden und Biomärkte, deren Besitzer sich riesig freuten uns zu unterstützen. Auch das Zelten war traumhaft, auch wenn es offiziell verboten ist. Interessiert aber keinen :) Campen, Grillen, Vermüllen und Grölen ist auch etwas anderes als bei Abenddämmerung sein Quartier aufzubauen, zu schlummern und bei Morgendämmerung wieder weg zu sein. Soweit wir das recherchieren konnten ist das sogar tatsächlich ein anerkannter Unterschied.

Selbstverständlich sind tropische Länder, wie zum Beispiel Costa Rica ein Fest für Rohköstler. Junge Trink-Kokosnüsse für 20 Cent das Stück - Das muss man erst einmal erlebt haben. Eine riesige, frisch gepflückte Papaya zum Frühstück, oder zwei, auch das ist selbstverständlich etwas ganz Besonderes. Dennoch ist es enorm schwer auch hier Bio-Qualität zu bekommen. In den mittelamerikanischen Ländern ist so gut wie alles verpestet und wird stark mit Spritzmitteln bearbeitet. Was sich im Internet noch schön liest, zum Beispiel wie viele geschützte Naturparks es gibt, stellt sich in der näheren Betrachtung als ein Tropfen auf dem heißen Stein heraus.
Da ich auch schon in Thailand gewesen bin kann ich nur jedem raten, dem es möglich ist, in tropische Länder zu reisen und die Früchte, vor allem die asiatischen, zu probieren.

Frage: Wie sah Eure Rohkost unterwegs aus? Habt Ihr Euch primär von Obst und Gemüse ernährt oder wie ging das?

Antwort: Richtig, wir essen hauptsächlich frisches Obst. Morgens und abends futtern wir die Früchte geschnitten oder als ganze Frucht. Mittags kommt in unsere tollen Schüsselchen ein herzhafter Salat. Wir sind ziemlich verrückt nach Avocados und so ist unser Mittag meist eine sehr bunte Guacamole, die wir zum Beispiel mit Paprika dippen oder in Salatblätter, wie in einem Wrap, einwickeln. Rohe Nüsse (also nicht erhitzt um die Schale industriell zu knacken) oder rohe Trockenfrüchte zu bekommen ist schwierig. Ich denke, wir haben das ein oder andere Mal zu warm getrocknete Dinge gegessen.. Wir finden aber auch gute Qualitäten und dann gibt es schon mal 3 Tage lang zu viele Pistatien oder was man eben gefunden hat, einfach weil’s so lecker schmeckt :) Diese Art sich zu ernähren hängt aber weniger mit dem Reisen zusammen. Genauso haben wir auch schon in Berlin unsere täglichen Malzeiten gestaltet. Vielleicht hatte man dort doch das ein oder andere Küchengerät, sodass man die Gurke durch einen Spirali zu “Nudeln” gemacht hat, aber letztlich sind es Salatzutaten, nur in andere Form gebracht. Allerdings würzen wir unterwegs nicht. In einer heimischen Küche erleichtert das die Möglichkeiten vielfältige, rohe Gerichte zu zaubern. Gewürze mit sich herumzuschleppen wäre viel zu aufwändig. Ab und zu haben wir etwas Meersalz dabei.

[An dieser Stelle kam die Frage nach der Hygiene, welche oben nachzulesen ist.]

Frage: Habt Ihr z.B. Snacks mitgenommen? Wenn ja, welche?

Antwort: Nein, keine fertigen Snacks wie Rohkostriegel oder ähnliches. Vielleicht kommen dem unsere Mischungen aus Trockenobst und Nüsschen nahe.

Frage: Wie haben die Menschen, denen Ihr begegnet seid, reagiert? Rohkost ist ja in vielen Ländern der Welt nicht gerade bekannt, wie habt Ihr es erklärt und was waren die Reaktionen?

Antwort: Ich denke, die eigene innere Haltung und Überzeugung tut viel zur Sache. In allen Länden, selbst in Frankreich, wo die Rohkost zeitweise sogar in den Medien zerrissen wurde, schauen uns die Menschen begeistert an. Scannen uns ein bisschen, wie wir denn so aussehen, stellen fest, dass unsere Bäckchen leuchten und sind begeistert. Nicht wenige sind interessiert an Rezepten oder möchten, dass wir mit ihnen etwas zubereiten.
Erklären tun wir das ganze recht simpel auf der jeweiligen Sprache. Zu deutsch ungefähr: “Wir essen nur rohe Lebensmittel, wir kochen nichts. Wir essen Obst und Gemüse, Nüsse, Samen und Grünzeug, so wie es von der Natur kommt.” Bisher kommen erstaunlich wenige Fragen, die etwas mehr nachhaken, wie man dazu gekommen sei, oder warum man denn das Gekochte nicht isst. In Deutschland noch, begegnen einem viel mehr kritische Fragen. Auf Reisen erleben wir insgesamt mehr Verständnis. Ganz nach dem Motto “jedem das seine” :)
Wir sind ja stets den Sonnenstunden entgegen gereist. In jenen Ländern ist die Esskultur, was rohes Obst angeht, viel offener. Was in Deutschland noch eine Obstschale zur Dekoration im Empfangsbüro ist, ist in früchte-reicheren Ländern eine Straße voll von Ständen, die geschälte Mango am Stiel, geschnittene Melonen Stücken oder Ananas in Tütchen verkaufen. Die Menschen essen ihrerseits sehr viel frisches Obst. Das stärkt das Verständnis für unsern Lebensstil.

Frage: Was hat Euch besonders überrascht, worauf wart Ihr nicht vorbereitet - das kann ein Land, eine Region, eine Situation sein?

Antwort: Wir haben etwas nachgedacht und sind zu dem verschmitzten Schluss gekommen, dass wir ziemlich gut vorbereitet waren. Was uns etwas überrascht hat, war die Feuchtigkeit in Costa Rica. Wir haben das ein oder andere Textil gnadenlos an den Schimmelpilz verloren.

Frage: Was war / ist Eure Erkenntnis, ein Tipp, eine Erfahrung, die Ihr anderen Rohköstlern mit auf den Weg geben wollt?

Antwort: Einige Erkenntnisse chronologisch:

  • Die schönste Grünzeug-Auswahl gibt es in Deutschland.
  • Die schönste Grünzeug-Auswahl gibt es in jedem anderen Land auch, man muss sie nur kennenlernen ;)
  • Weniger Essen aber dafür mehr Bewegen bringt enorme Energie.
  • Die Welt ist überall gleich.
  • Die Welt ist überall so unterschiedlich.
  • Mutter Natur ist für uns da und ist der schönste Ort zum Leben und Sein.
  • Erkenntnisse ändern sich, wie alles im Leben und das ist wunderbar.

Tipp:

  • Lass los - solltest du die Gelegenheit haben zu Indianern in die Berge zu gehen, die essen aber nur Fladen und Butter, lebe dennoch dieses Abenteuer. Hast du losgelassen? Wunderbar :) Dann wirst du automatisch trotzdem jeden Tag irgendwie an Rohkost kommen ♡
  • Bleib neugierig, offen, kreativ und natürlich.

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