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Im Land der Inka

Kleines Rätsel: Wo genau sind wir ? Tipp: Es gibt einen Zeichentrickfilm in dem der König so heißt, wie die Stadt in der wir sind… Na?
Hm. okay.. er wird in ein Lama verwandelt.. das ist jetzt zu einfach oder ? ^^

Uuund, richtig! Es ist CUSCO. Wir sind im Süden von Perú :)
In der damaligen Inkahauptstadt zwischen dem Titicacasee und dem Machu Picchu.

Als wir uns auch in Kolumbien unwohl fühlten malte ich eine Weltkarte und ließ den Stift mit geschlossenen Augen fallen. Er fiel auf Südperú und ich fragte meine Intuition, warum ich mich so unendlich Rastlos fühle und wo denn nun unser schönes Stückchen Land sei. Ich war außerdem etwas verängstigt durch die Gruselgeschichten in Kolumbien. Die innere Antwort, die ich erhielt war folgende: “Es ist alles gut. Du wirst dich noch wundern”…

Einige Tage später rauschen wir durchs Internet und suchen nach Ökoprojekten in Südamerika. Ein Projekt in Perú gefällt uns gut, wir schreiben eine Email. Das Projekt gibt es nicht mehr, das Land ist aber zu verkaufen… Wir sind zwar immernoch als Vagabunden unterwegs aber wir wussten, jetzt geht es ab nach Perú und plötzlich schlagen unsere Herzen höher als würden sie sagen wollen “NA ENDLICH”….

“Du wirst dich noch wundern”..

Wir sind in der Tat ein bisschen von uns überrascht. Es war doch klar, dass wir es ganz tropisch haben wollen.. In Perú? Gibt’s da nicht nur Moos auf Steinen ganz weit oben in der Kälte?
(Dem ist nicht so, das wussten wir aber nicht so wirklich ^^ Später mehr)

Wir begeben uns also, unserem Lauf des Lebens vertrauend, auf eine sechs Nächtige Busfahrt. In Spanien haben wir bei meiner Mutter gelebt, in Costa Rica als Volunteere gearbeitet und dafür Unterkunft und Essen bekommen und in Kolumbien haben wir bei Gittas Familie gewohnt. Wie, wo, warum wir nun in Perú leben werden steht in den Sternen. Aber da hin, das müssen wir. JETZT!

Die Busfahrt des Schreckens:

Haha. Lasst euch eins sagen. Das Stockholmsyndrom ist ne feine Sache. Wenn man dann die sechste Nacht mit mittlerweile vertrauten Fremden an versifftstenTankstellenklos hält, Parfümverkäufer in den Bus mit Fenstern die sich NICHT öffnen lassen einsteigen, um zwei Uhr Nachts nervtötende Musik auf den Bildschirmen angeht und auch sonst nur Horrorfilme laufen, dessen grässliche Geräusche sich mit der lauten Klimaanlage mischen, dann entsteht irgendwann ein Gefühl von Verbundenheit. Wir sind ja alle nur Gefangene ^^

Wir sausen also durch Kolumbien. Nachtfahrt. Wir sausen durch Equador, schöne Aussicht. Und wir fahren in Perú ein..
WÜSTE. Die erste Sandwüste, die ich in meinem Leben gesehen habe. Es ist so karg, das hätt’ ich nicht gedacht. Und trotzdem waren wir unendlich froh in Perú zu sein.
Bis zur Hauptstadt Lima ist es noch ein ganzes Stückchen. Noch einmal Nachtfahrt - Die Füße sind schon so groß wie der Kopf ^^

In Lima nehmen wir die Gelegenheit des Jahrhunderts war. Wir gehen in das dortige Rohkostrestaurant. Es gibt in Lima übrigens mindestens zwei Rohkostcafés.. Wir schlemmen und schlemmen, ich habe selten SO gute Gourmetrohkost gegessen. Der Kracher!

Und auf geht’s nach Cusco, über die Anden hinweg, mit besagtem “Moos auf Stein”-Look.
Bei dem Anblick des großen Nichts wird mir ganz mulmig. Ich bin verliebt in diese unbewohnbare Gegend. Man fühlt, wie klein man ist und wie groß und herrlich unser Planet.

Es liegt ein wissendes Schweigen in der Luft. Wir sind dem Himmel so nah man meint die Götter denken zu hören.
Durch die erneute Nachtfahrt haben wir sie zwar leider nicht gesehen, aber diese Bilder nach dem aufwachen sind ganz in der Nähe der berühmten Nazca-Linien aus dem Bus aufgenommen.. Ja..stellt euch das mal vor. Da geht echt eine Straße mitten durch die Nazca Figuren.. man man man. Mittlerweile sind wir da 3 mal durchgefahren, aber immer Nachtfahrt.. nix zu sehen ^^

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Und schon geht es wieder runter in grünere Gefilde. Nanu? Das sieht ja total deutsch aus.. Klee und Löwenzahn…und grüne Wiesen aus kurzem untropischem Gras.. Heimelich.

In Cusco angekommen besuchen wir das örtliche… trommelwirbel… ROHKOST-Restaurant :D
Und nach einem Gespräch mit dem Besitzer, ein lieber Shamane, werden wir eingeladen in seinem Garten zu helfen, dafür dürfen wir in seinem Häuschen wohnen. Wow… Wir sind von den Socken.. Das Leben ist magisch! So wie dieser Ort.. Es ist nicht gerade so, dass einem von der, in die Anden gewanderte, “Erd-Kundalini” elektrisch die Haare zu Berge stehen, aber hier ist irgendwas… Man spürt es in jedem Atemzug. Wie die Ruhe vor dem Sturm und doch so lebhaft. Die Herzlichkeit der Menschen, die indianischen Gesichter, die traditionelle Lebensweise und liebevollen Gesten der Perúaner lässt uns stärker dahinschmelzen als die costaricanische Sonne ;)

Perú ist das Land mit der höchsten Anzahl an indianischer Bevölkerung. Man spricht hier neben Spanisch/Castellano auch noch Quechua, was ein bisschen arabisch klingt. Dass das Ausmaß an indianischer Bevölkerung SO hoch ist hätten wir nicht gedacht. Man schaut eigentlich nur in tibetanisch anmutende Gesichter. (Angeblich sind die Perúaner auch einst aus Tibet hier her getigert.. Da sind die doch echt so lange gelaufen, bis sie WIEDER so hohe Berge gefunden haben ^^) Ich habe mongolische Vorfahren. Das ist vielleicht der Grund warum ich mich diesen Menschen hier so unfassbar verbunden fühle :) Man nennt sich gegenseitig “Mami” und “Papi” egal wie alt man ist. Es kann also sein, dass eine alte Dame einen kleinen Jungen “Papi” ruft. Das ist zuckerniedlich und gefällt uns sehr :) Auch das Wort “Ja” bedeutet ungefähr das gleiche. Am Ende eines Einkaufs bei unserer Lieblingsomi im Kräuterhimmel heißt’s also immer “Ja Mami, ja Papi, ciao” ♡

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A propos Markt: In Perú kannst du alles haben. Denn neben trockener Wüste am Ozean, großem Nichts und deutsch anmutendem Klima in Cusco gibt es mediterrane Zonen sowie tropische Klimata bis in die tiefen Dschungelgebiete hinein.
Es gibt also von Weißkohl, Kartoffeln und Äpfeln über Feigen, Zitrus, Oliven und Bananen bis hin zu Jackfruit und Sapoten alles auf den Märkten.

Wir essen frische Lucuma, die schmeckt wie Karamelkuchen und sonnen getrocknete Oliven, wir laben uns an den frisch gepressten Säften genauso gern, wie die Perúaner selbst.
Neben Meerschweinchen und Quinoa isst man hier nämlich sehr gerne Obst und Gemüse ;D

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Für uns steht die Zeit still. Wir mussten uns zwar dicke Pullis und Socken organisieren fühlen uns aber trotzdem wie zu Hause. Alles ist so ruhig (im Vergleich zu Kolumbien^^) und so liebevoll.

Mallku, unser Gastgeber, ist ein wunderbares Wesen, der ein zartes Gefühl hat für die Bedürfnisse der Menschen. Wir sind ihm so Dankbar ♡ Durch ihn lernen wir auch unsere liebe, lustige Sahar aus dem Lebanon kennen. Sie ist schon vor uns hier in Cusco und mittlerweile wieder auf Achse. In Mallkus Restaurant haben wir viel zeit miteinander verbracht, gescherzt und philosophiert. Unsere liebe Sahar vermissen wir und hoffen, dass sie bald wieder her kommt! Hörst du Sahar? :D (Das deutsche hier wird sie wohl nicht lesen^^)

Das verkäufliche Land, wegen dem wir hergekommen sind wartet.. Es liegt sieben Stunden Busfahrt entfernt von Cusco. Doch die Regenzeit hat begonnen. Es gibt Erdrutsche und so ist Rast angesagt. Endlich ein Ort an dem wir uns pudelwohl fühlen. Eine Stadt, die uns Spaß macht und ein für uns undenkbares Klima, welches uns unheimlicher Weise total gut tut. Wir schlafen wieder besser, es gibt keine Moskitos und wir haben Elan übern Tag.

Drei Monate verbringen wir mit innerer Einkehr und dann müssen wir die Grenze neu überqueren um unser Visa zu verlängern.
Wir entscheiden uns für die chilenische Grenze und hopsen nur für 45 Minuten dort hin. Sobald wir die Grenze überqueren fühle ich mich als würde mir das Herz zerquetscht.. ich vermisse augenblicklich Perú. Wir fahren also gleich wieder zurück und bekommen ganze 183 Tage Aufenthaltsgenehmigung! Was für ein Fest!

Ihr lieben, es gibt so viel über Perú zu erzählen. So viel über die Einwohner, die Kunst, das Leben hier, was wir lernen und auch über die tropischen Regionen.
Es versammeln sich hier in der Region Cuzco Menschen, von denen man nur Träumt. Es entstehen spirituelle Konversationen der Extraklasse. Der Tourismus ist zwar schon recht arg hier in Cusco und dennoch ist eine Kultur erhalten geblieben, die uns in ihren Bann zieht.

Wir sind zu Hause!

So ist es.
Wir befinden uns also gerade auf Landfindung um uns hier in Perú niederzulassen.
Mit dieser schönen Info beenden wir den ersten Teil unserer Perú Artikel. Lasst euch verzaubern von den Bildern. In den folgenden Artikeln gibt es noch ganz viele, tolle Goldstücke!

In Liebe, Can & Sascha

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